Ein Produkt erhält das PRO PLANET-Label, nachdem es einen fünfstufigen standardisierten Prozess erfolgreich durchlaufen hat. Dieser wurde von der REWE Group gemeinsam mit Experten des Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), der Innovationsberatungsagentur triple innova und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie entwickelt. Das CSCP ist eine Ideenschmiede, die vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet wurde, um im Bereich „nachhaltiger Konsum und Produktion“ zu forschen und zu beraten.
Die Methode wurde durch den TÜV Rheinland erfolgreich validiert.

Derzeit tragen rund 110 Produkte das PRO PLANET-Label. Vorschläge für Produkte, die für die Auszeichnung mit dem Label in Frage kommen, werden von REWE Group-Mitarbeitern, Mitgliedern des PRO PLANET-Beirats, sowie von Geschäftspartnern eingebracht. Der unternehmensinterne Strategiekreis PRO PLANET, der sich aus Mitarbeitern der Unternehmensbereiche Strategischer Einkauf, Nachhaltigkeit, Qualitätssicherung und aus dem Strategischen Geschäftseinheiten zusammensetzt, diskutiert diese Vorschläge und bestimmt anschließend die Produktgruppe, die als nächste den fünfstufigen Prozess durchlaufen wird. Jeder Schritt wird dabei dokumentiert. Dadurch stellt die REWE Group sicher, dass der Prozess transparent und nachvollziehbar verläuft und zum gewünschten Ziel führt: Zu einem Produktlebenszyklus, der für unsere Umwelt oder für die Menschen verträglicher gestaltet ist.
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Der Vergabeprozess beginnt mit der „Hot Spot-Analyse“: Ein unabhängiges Institut nimmt den gesamten Lebenszyklus der ausgewählten Produktgruppe kritisch unter die Lupe. Unter „Hot Spots“ werden ökologische und soziale Probleme verstanden, die während der Herstellung, Verarbeitung, im Vertrieb oder während des Gebrauchs des zukünftigen PRO PLANET-Produkts auftreten. Die Analyse ist ein wichtiges Instrument, um die bekannten Probleme im Lebenszyklus des Produkts zu identifizieren und die Schwachstellen aufzulösen oder zu verringern.
Insbesondere folgende Bereiche werden dabei eingehend analysiert:
- Einsatz von Ressourcen
- Klimaschutz
- Artenvielfalt und Tierschutz
- Soziale Verantwortung
- Produktsicherheit
Das beauftragte Institut wertet die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zu der jeweiligen Produktgruppe aus. Im Anschluss zieht die REWE Group Fachleute aus dem ökologischen und sozialen Bereich hinzu, die diese wissenschaftlichen Inhalte um ihr Wissen aus der Praxis ergänzen.
Auch Mitarbeiter der REWE Group beteiligen sich am Analyseprozess, indem sie die Ergebnisse der Studien vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen kommentieren. Zum Schluss wird die „Hot Spot-Analyse“ mit dem Beirat diskutiert und abgestimmt.
Die „Hot Spot-Analyse“ wird alle drei Jahre wiederholt. Dadurch stellt die REWE Group sicher, dass die Produkte dauerhaft die hohen Ansprüche des PRO PLANET-Labels an Qualität und Nachhaltigkeit erfüllen. Zugleich trägt das wiederholte Analyseverfahren dazu bei, dass die Nachhaltigkeitsanforderungen in allen Produktionsschritten kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Sind die wesentlichen Probleme eines Produktes identifiziert, werden Lösungsvorschläge erarbeitet und in einem Vorschlagskatalog gesammelt. Wie auch in der „Hot Spot-Analyse“ werden hierbei vier Phasen des Lebenszyklus eines Produktes einbezogen:
- Rohstoffgewinnung / Landwirtschaft
- Produktion / Verarbeitung
- Handel / Logistik
- Konsum / End of Life
Der Vorschlagskatalog enthält Maßnahmen, die das Institut während der „Hot Spot-Analyse“ eingebracht hat, sowie Ergänzungen seitens des Beirats und der beteiligten Fachleute. Die Mitarbeiter der REWE Group vervollständigen diese Sammlung, indem sie ihre Erfahrungen aus der Praxis einbringen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen beziehen sich immer auf die gesamte Produktgruppe, sind fundiert und ggf. auch erfolgreich praktisch erprobt worden.
Können die bestehenden Probleme bei der Herstellung, im Transport oder in der Anwendung eines Produkts mithilfe der vorgeschlagenen Projekte und Verfahren beseitigt werden? Das ist die zentrale Frage, die im nächsten Schritt mithilfe einer Machbarkeitsabschätzung beantwortet werden muss. Hierbei bezieht die REWE Group auch ihre Handelspartner und Lieferanten ein.
Auf Basis der Machbarkeitsabschätzung entwickeln die Mitarbeiter der REWE Group umsetzbare Maßnahmen, die priorisiert und mit überprüfbaren Zielvorgaben versehen werden. Darüber hinaus ist entscheidend, dass die Projekte und Initiativen zur Verringerung oder Auflösung der „Hot Spots“ finanzierbar sind und dass die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen.
Um die Probleme in der Wertschöpfungskette zu verringern, initiiert die REWE Group PRO PLANET-Projekte. Diese dienen dazu, den Lebenszyklus eines Produkts für die Umwelt oder für die Menschen – in etlichen Fällen sogar für beide – verträglicher zu gestalten.
Hierbei arbeitet die REWE Group eng mit Lieferanten und ausgewählten Projektpartnern zusammen. Nachdem im Vorfeld jedes Projektes Ziele und Kontrollgrößen gemeinsam festgelegt worden sind, werden alle Entwicklungen in einem Maßnahmenplan kontinuierlich festgehalten. Dieser beinhaltet neben den erreichten Verbesserungen auch alle Ziele und Maßnahmen, die für eine positive Weiterentwicklung notwendig sind.
Im letzten Schritt entscheidet sich, ob die Maßnahmen zur Auflösung der „Hot Spots“ ausreichend sind. Ob dem Produkt das PRO PLANET-Label verliehen wird, bestimmt der Strategiekreis PRO PLANET, der sich aus Mitarbeitern der Unernehmensbereiche Strategischer Einkauf, Nachhaltigkeit, Qualitätssicherung und aus den Strategischen Geschäftseinheiten zusammensetzt. Im Strategiekreis wird sich ausführlich mit der Dokumentation über die Umsetzung der Maßnahmen auseinandergesetzt. Der Strategiekreis verpflichtet sich, die Kommentierung des externen Beirats bei der Kennzeichnungsvergabe zu berücksichtigen. Zusätzlich bezieht der Strategiekreis ggf. weitere Fachexperten sowie den Projektpartner mit ein.
Sollten im Laufe der Zeit neue Probleme im Lebenszyklus des Produkts auftauchen, müssen umgehend neue Maßnahmen entwickelt und eingeleitet werden. Falls die geplanten Verbesserungen bis zu einer gesetzten Frist nicht erreicht werden, kann dem Produkt die Kennzeichnung wieder entzogen werden.
Der Beirat besteht aus fünf ständigen Mitgliedern, deren Fachkompetenz die für PRO PLANET relevanten Felder abdeckt. Den Vorsitz hat Herr Bernward Geier übernommen. Der in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik engagierte Journalist und Berater ist langjähriger Experte im Bereich Nachhaltigkeit. Herr Dr. Klaus Kastenhofer, Nachhaltigkeitsexperte und Mediziner und Herr Jörg-Andreas Krüger vertreten den Bereich Ökologie. Die Belange der Verbraucher werden durch Herrn Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. repräsentiert. Für das Feld Soziales konnte Herr Dr. Oliver Müller, Leiter Caritas international als Beiratsmitglied gewonnen werden. Zusätzlich wird der Beirat bei spezifischen Fragestellungen durch externe Berater unterstützt.
Der Beirat unterstützt die REWE Group in allen Prozessschritten als fachlicher und technischer Berater. Außerdem wird er in Kommunikationsfragen hinzugezogen.
Im gesamten Vergabeprozess wird die REWE Group von verschiedenen Projektpartnern unterstützt – beispielsweise von Nichtregierungsorganisationen wie dem Deutschen Naturschutzbund e.V. (NABU) oder der Bodensee-Stiftung. Die Projektpartner verfügen über das notwendige Fachwissen zu der jeweiligen Produktgruppe oder zum „Hot Spot“ und begleiten die Projekte zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette. In einigen Fällen setzen diese Organisationen die festgelegten Maßnahmen alleine oder in Zusammenarbeit mit anderen Geschäftspartnern der REWE Group um. Die Projektpartner können Einspruch gegen die Vergabe des PRO PLANET-Labels erheben.
Prozess