Der PRO PLANET Beirat

 

Bernward Geier
Vorsitzender des Beirats

„Die Förderung des nachhaltigen Konsums ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer heutigen Zeit. Die REWE Group bietet den Verbrauchern mit dem PRO PLANET-Label hierzu die notwendige Orientierungshilfe.“

Vita Bernward Geier

Netzwerker und Aktivist im Bereich der ökologischen Agrar- und Esskultur sowie Nachhaltigkeit
Der Agronom und Journalist Bernward Geier schuf mit der Gründung von COLABORA - let’s work together ein einzigartiges Angebot grüner Kommunikation und PR, einschließlich Projektentwicklung, Veranstaltungsmanagement und Marketing.

Mit Friedensdienst im Ghetto von Washington D.C./USA, Sprach- und Kulturgeschichtsstudium in Mexico City sowie agrarwissenschaftlichem Abschluss in Kassel legte Bernward Geier die Fundamente für ein langjähriges internationales Engagement. Er bringt sich weltweit und national als Netzwerker in Agrarwirtschaft und Politik ein und ist auch ein engagierter Slow-Food-Aktivist.

Bernward Geier schlug nach seiner Universitätslaufbahn den Weg in die Praxis ein: er wurde Mitpächter und Teilhaber eines biologischen Milchviehbetriebes und zugleich 18 Jahre lang Direktor der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements), dem weltweiten Dachverband der biologischen Landbaubewegungen. Heute betreibt er mit seiner Frau Birgit einen landwirtschaftlichen Bio-Betrieb mit Schwerpunkt Pferdezucht (Isländer). Zugleich betätigt er sich als Publizist. So ist Bernward Geier unter anderem Autor des Buches “Biologisches Saatgut aus dem eigenen Garten”. Er hat zahlreiche Beiträge in Fachbüchern veröffentlicht und ist seit 20 Jahren Chefredakteur von IFOAM’s Magazin „Ecology & Farming“. Durch die Gründung von COLABORA schuf Bernward Geier im Bereich der ökologischen Agrar- und Esskultur ein einzigartiges Beratungs- und Kommunikationsangebot für grüne Kommunikation und PR sowie Projektentwicklung, Veranstaltungsmanagement und Marketing. Zudem ist er als Autor und Produzent für Dokumentarfilme tätig.

Seine Projekt- und Geschäftspartner profitieren von seinem umfangreichen Beratungs- und Lobby-Know-how und seinen exzellenten Beziehungen zu nationalen wie internationalen Organisationen.

Kurzinterview

Herr Geier, warum engagieren Sie sich im PRO PLANET-Beirat?
Die großen ökologischen und sozialen Herausforderungen bestehen vor allem wegen und im sogenannten Massenmarkt. Deshalb sind insbesondere hier signifikante Verbesserungen zu mehr Nachhaltigkeit notwendig. Nachhaltigeren Produkten im Massenmarkt zum Durchbruch zu verhelfen, ist eine ambitionierte und deswegen auch interessante Aufgabe. Es macht mir viel Freude gemeinsam mit meinen Beiratskollegen, dem CSCP und der REWE Group an dieser Aufgabe zu arbeiten.

Wie können wir nachhaltigere Produkte raus aus der Nische holen?
Voraussetzung ist zunächst, noch viel mehr kritisches Bewusstsein zu schaffen, denn nur wenn der Verbraucher Probleme erkennt und akzeptiert, kann er mit bewussten Kaufentscheidungen Teil der Lösungen werden. Beim Angebot für nachhaltigere Produkte muss konsequent darauf geachtet werden, dass Verbraucher/innen nicht mit „Green Washing" verunsichert oder gar verärgert werden.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für nachhaltigen Konsum?
Die größte Herausforderung - neben der leider „menschlichen" Trägheit - stellt sich wohl im Bereich der Kommunikation. Schon allein der Begriff Nachhaltigkeit ist etwas Abstraktes, mit dem die meisten Menschen nichts verbinden können. Aber genau in dieser Herausforderung liegt auch die Chance, denn durch PRO PLANET ausgezeichnete nachhaltigere Produkte können wir Nachhaltigkeit erlebbar und im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen.

Was ist Ihr persönlicher Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Für mich beginnt Nachhaltigkeit mit zwei grundsätzlichen Fragen:
Brauche ich dieses Produkt wirklich und welches ist die nachhaltigere oder besser noch nachhaltigste Alternative? Mein Ziel bleibt, mich in Richtung bewusstem Konsum weiter zu entwickeln, wobei weniger oft mehr ist. Schön ist, dass Engagement für mehr Nachhaltigkeit Spaß macht und man mit mehr als nur einem guten Gewissen belohnt wird. Nachhaltig konsumieren heißt unter dem Strich auch Geld sparen, das man z. B. für etwas „teurere"  nachhaltigere Produkte anlegen kann.

Wie nachhaltig leben Sie selbst?
Nachhaltiges Leben ist mir vor allem möglich,  weil ich mit meiner Familie auf einem kleinen Biohof lebe, wo ich einen großen Selbstversorgergarten bestelle, Vorwerk Hühner züchte und mich bestens beim Apfelweinkeltern, Sauerkraut stampfen, Marmeladeeinmachen und Kochen erhole. Bei mir sind schon seit 40 Jahren „Bio" und „Fair" Trumpf. Als Slow Food-Aktivist bevorzuge ich auch regionale, saisonale und handwerklich hergestellte Produkte. Als ehemaliger berufsbedingter Jetsetter mit Vielfliegerstatus freue ich mich, dass ich nun vor allem in deutschen Landen unterwegs bin und deshalb meine Leidenschaft fürs Reisen mit der  Bahn ausleben kann. Ein eigenes Auto habe ich nicht. Ich bin mir aber auch darüber bewusst, dass zu einem konsequent nachhaltigen Leben, noch ein langer, aber auch spannender Weg vor mir liegt.

     
 

Georg AbelBundesverband Verbraucherinitiative e.V.
Bundesgeschäftsführer
Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.

„Neben dem Ausbau der Premiumangebote "Fair" und "Bio" geht es um nachhaltigere Produkte für den Massenmarkt.“

Vita Georg Abel

Verbraucherschützer und Experte für Umwelt, Ernährung und Gesundheit
Georg Abel ist Bundesgeschäftsführer von Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.. Er leitete unter anderem die mehrjährige bundesweite Informationskampagne zum Fairen Handel sowie eine Regionalkampagne zum Blauen Engel.

Georg Abel übernahm im Laufe seiner Berufslaufbahn als Touristik- und Medienfachmann frühzeitig Verantwortung für Umwelt-, Gesundheits- und soziale Themen. Er leistete Öffentlichkeitsarbeit auf Verbands- und Parteiebene und ist seit beinahe zwei Jahrzehnten als führender Verbraucherschützer in Deutschland aktiv.

Herr Abel absolvierte zunächst eine Ausbildung als Reiseverkehrskaufmann und sammelte erste Berufserfahrungen in der Touristikbranche. Nach dem Studium der Politologie wurde er Geschäftsführer eines Journalistenverbandes, betätigte sich als Pressesprecher einer Partei im Land Nordrhein-Westfalen und übernnahm die Geschäftsführung eines Stadtmagazins.1994 wurde Georg Abel Bundesgeschäftsführer bei Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V., dem 1985 gegründeten Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher. Traditionelle inhaltliche Schwerpunkte des Verbandes sind die Themen Umwelt, Ernährung und Gesundheit. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. informiert die unterschiedlichen Akteure auf vielfältige Weise – in diesem Rahmen leitete Herr Abel unter anderem die mehrjährige bundesweite Informationskampagne zum Fairen Handel („Fair feels good“) und eine Regionalkampagne zum Blauen Engel.

Kurzinterview

Herr Abel, warum engagieren Sie sich im Beirat von PRO PLANET?
Der Ansatz der REWE Group, Eigenmarken produkt-, branchen- und länderübergreifend nachhaltiger zu machen, ist ein sehr wichtiger Beitrag, Nachhaltigkeit aus der Nische zu holen. Als politischer Verband nutzen wir diese Chance, die Welt ein wenig besser zu machen.

Wie können wir nachhaltigere Produkte raus aus der Nische holen?
Verbraucher wissen, dass Nachhaltigkeit in der Lieferkette kompliziert ist und Zeit braucht. Sie erwarten, dass Unternehmen sich entsprechend engagieren. Je mehr nachhaltigere Produkte auf dem Markt sind, desto einfacher können Verbraucher dieses Engagement honorieren.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für nachhaltigen Konsum?
Unsere Verbraucherbefragung zeigt, dass Verbraucher vor allem verständliche und einfach zu erhaltende Informationen wünschen. Außerdem sollten nachhaltige Produkte leicht erkennbar und überall erhältlich sein.

Was ist Ihr persönlicher Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Nachhaltig leben ist einfach clever: Man spart beispielweise Energie und Wasser und genießt die hohe Qualität entsprechender Produkte.

Wie nachhaltig leben Sie selbst?
Ich achte auf Strom und Wasserverbrauch, kaufe regionale und saisonale Produkte und berücksichtige Bio und Fair. Mein persönlicher Mobilitätsmix könnte aber nachhaltiger sein.

     
 

Friedel Hütz-Adams
Experte für soziale Fragen

„Ich verbinde mit der Mitarbeit im Beirat von PRO PLANET die Hoffnung, dazu beitragen zu können, dass bei Massenprodukten soziale und ökologische Nachhaltigkeit eine größere Rolle spielt.“

Vita Friedel Hütz-Adams

Experte für soziale Fragen
Friedel Hütz-Adams ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des SÜDWIND e.V., Institut für Ökonomie und Ökumene.

Friedel Hütz-Adams ist seit 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter des SÜDWIND-Instituts. Zuvor studierte er in Köln Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaftslehre. Bei SÜDWIND beschäftigt er sich hauptsächlich mit den Zusammenhängen zwischen Armut und Missständen in Entwicklungsländern einerseits und dem Verhalten von Wirtschaft, Politik, Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland andererseits.

Sein Arbeitsschwerpunkt in den vergangenen Jahren lag insbesondere bei der Analyse von ökologischen und sozialen Missständen beim Abbau oder auch dem Anbau von Rohstoffen. Er untersuchte unter anderem die Wertschöpfungsketten von Schmuck, Mobiltelefonen und Automobilen. Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei agrarischen Produkten und hier vor allem bei Kakao, Palmöl und Haselnüssen.

Derzeit vertritt Friedel Hütz-Adams die Zivilgesellschaft im Lenkungsausschuss des Forums Nachhaltiger Kakao und ist aktiv im Netzwerk VOICE, einem Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften aus mehreren europäischen Ländern, die zum Thema Kakao arbeiten.

Sein Querschnittthema in all diesen Arbeitsfeldern ist die Intensivierung der Diskussion darüber, inwieweit freiwillige Standards die Situation bei Missständen nachhaltig verbessern können und wo gesetzliche Regulierungen gefragt sind.

Kurzinterview Friedel Hütz-Adams

Herr Hütz-Adams, warum engagieren Sie sich im Beirat von PRO PLANET?
SÜDWIND setzt sich seit mehr als 20 Jahren dafür ein, dass ökologische und soziale Missstände in Produktionsketten abgestellt werden. Die Mitarbeit im Beirat eröffnet die Möglichkeit, unsere Erfahrungen und Forderungen in die Beschaffungspolitik eines Einzelhandelsunternehmens einzubringen. Wir versuchen daher, mit unserer Beiratsarbeit Menschen in Entwicklungsländern dabei zu unterstützen, dass ihre Interessen von Unternehmen stärker berücksichtigt werden.

Wie können wir nachhaltigere Produkte raus aus der Nische holen?
Ökologische und soziale Nachhaltigkeit muss zum Standard für alle Produkte werden. Daher müssen, wie dies bei PRO PLANET geschieht, Massenprodukte durchleuchtet werden, um eventuelle Missstände zu identifizieren. Wenn diese Hot Spots dann auch tatsächlich angegangen werden, dann kann dies dazu führen, dass Massenprodukte nachhaltiger werden und das Angebot die Nische verlässt.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für nachhaltigen Konsum?
In den Beschaffungsketten aller Unternehmen spielt bis heute die Höhe des Preises eine zentrale Rolle. Gerade auf dem deutschen Markt wurde dann auch der Kampf um die Kundinnen und Kunden nahezu ausschließlich über Preisargumente ausgetragen: jeder will das billigste Produkt anbieten und vermittelt zugleich den Käuferinnen und Käufern, dass nur der Preis zählt. Nachhaltigkeit ist jedoch nicht zum Nulltarif zu haben. Daher benötigen wir Strategien von Konzernen, die Nachhaltigkeit stärker in die Beschaffung verankern und wir benötigen Strategien, die dies den Käuferinnen und Käufern offen und transparent darlegen.

… und wo liegen die größten Chancen?
Eine nachhaltigere Produktion muss offensiv zum Kaufargument gemacht werden. Dies kann gelingen, wenn es für die Kundinnen und Kunden nachvollziehbar ist, wo ein Produkt herkommt und woher eventuell ein - meist geringer - Aufpreis gegenüber weniger nachhaltigen Produkten herkommt.

Welches PRO PLANET-Projekt hat Sie besonders beeindruckt?
Es gibt noch keine Produkte mit dem Label, sondern nur ein Projekt, das vielleicht einmal zu einem PRO PLANET-Produkt führen kann: Haselnüsse aus der Türkei. Ich habe noch vor der Mitgliedschaft im Beirat die so genannte Hotspot-Analyse über Haselnüsse aus der Türkei verfasst und aufgezeigt, wie tiefgehend dort die Probleme sind. Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter, viele von ihnen Kinder, ernten einen großen Teil der Haselnüsse. Es war von Anfang an offensichtlich, dass hier ein umfassender Ansatz her muss, da diese Menschen monatelang unterwegs sind und von einer Ernte zur nächsten wandern. Eine von der REWE Group unterstützte Nichtregierungsorganisation hat daher nicht nur mit Kindern in den Haselnussanbaugebieten gearbeitet, sondern darüber hinaus einen Prozess in Gang gesetzt, der viel weiter reicht. Innerhalb der Türkei gab es im letzten Jahr eine ganze Reihe von Tagungen mit verschiedensten Beteiligten, von Universitäten und Nichtregierungsorganisationen bis hin zu Unternehmen und Regierungsstellen. Gesucht wird nach einer umfassenden Lösung für die Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter inklusive ihrer Kinder. Wird diese gefunden, könnte dies viel weiter reichen als der Verkauf gelabelter Produkte!

Was ist Ihr persönlicher Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Bewusster einkaufen: alleine schon wenn die Menge der Nahrungsmittel, die weggeworfen wird, reduziert wird, haben wir wesentlich mehr Nachhaltigkeit. Wird das eingesparte Geld dann dafür eingesetzt, nachhaltigere, aber etwas teurere Produkte zu kaufen, sind wir wieder einen Schritt weiter.

Wie nachhaltig leben Sie selbst?
Beim Einkauf von Nahrungsmitteln achte ich sehr auf mehr Nachhaltigkeit und es ist zunehmend möglich, nachhaltigere Produkte im Supermarkt um die Ecke sowie in Fachgeschäften zu erwerben. Weniger nachhaltig ist meine Klimabilanz aufgrund vieler Reisen.

Wie erklären Sie Ihren Kindern Nachhaltigkeit?
Die meisten Diskussionen sind hier im Alltag gelaufen und drehten sich oft darum, warum bestimmte Dinge gekauft werden und andere nicht. Darüber hinaus fand ich es interessant zu sehen, dass bereits im Kindergarten dem Alter angepasst über Nachhaltigkeit gesprochen wurde. Ich habe den Eindruck, dass Unterrichtsmaterialien über die gesamte Schullaufbahn hinweg heute das Thema deutlich stärker thematisieren, als es noch in meiner Schulzeit ab Anfang der 1970er Jahre der Fall war. Allerdings ist es bei den Kindern genauso wie bei den Erwachsenen: das Wissen über bestimmte Dinge muss auch zu einem entsprechenden Verhalten führen!

     

Dr. Eick von Ruschkowski
Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik
NABU Bundesverband e.V.

„Es ist mir wichtig, einen Beitrag dazu zu leisten, dass ökologische und soziale Standards in Konsumprodukten eine Selbstverständlichkeit sind.“

Vita Eick von Ruschkowski

Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik

Eick von Ruschkowski ist seit Kindesbeinen für den NABU aktiv - 1985 trat er im Alter von 11 Jahren in den damaligen Deutschen Bund für Vogelschutz ein und fuhr auch damals schon begeistert auf dem Trecker mit, wenn sich die Gelegenheit ergab. Seither sind Natur- und Umweltschutz das prägende Element in seinem Leben.

Nach dem Abitur studierte er Umweltwissenschaften in Lüneburg, um anschließend zunächst drei Jahre als Wissenschaftsredakteur zu arbeiten, bevor es ihn in die Wissenschaft zurückzog. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und am Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover arbeitete er viele Jahre in der Naturschutzforschung. Seine wissenschaftlichen Arbeitsfelder waren die gesellschaftlichen Aspekte von Naturschutz sowie das Management von Landnutzungskonflikten im Umfeld von Schutzgebieten in nationalen und internationalen Zusammenhängen. Ein Stipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ermöglichte ihm die Promotion zum Thema der Akzeptanz von Nationalparks.

Seit November 2013 leitet er den Fachbereich Naturschutz und Umweltpolitik in der NABU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin.

Kurzinterview

Herr Dr. von Ruschkowski, warum engagieren Sie sich im PRO PLANET-Beirat?
Nachhaltigkeit ist ein Thema, das mich seit mehr als zwanzig Jahren begleitet. Konsum ist eine der wichtigsten Stellschrauben, wo wir tatsächlich Nachhaltigkeit nicht nur umsetzen, sondern auch erlebbar machen können.

Wie können wir nachhaltigere Produkte raus aus der Nische holen?
In vielen Fällen müssen wir unberechtigte Vorurteile abbauen, dass Nachhaltigkeit automatisch mit einem Komfortverlust verbunden ist. Klar werden wir die wirklich wichtigen Herausforderungen nur dann lösen, wenn wir manche heutigen Selbstverständlichkeiten grundsätzlich in Frage stellen, aber in vielen Fällen leisten auch kleine Verhaltensänderungen substantielle Beiträge. Dafür müssen wir praktische, verbrauchernahe Ansätze aufzeigen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für nachhaltigen Konsum?
Nachhaltiger Konsum wird nicht überall einfach gemacht. Zudem entsprechen die Einstellungen und das verbalisierte Verhalten der Bevölkerung in keiner Weise dem tatsächlichen Verhalten. An dieser Diskrepanz müssen wir ansetzen - das reicht auf einer breiten Palette von der Schaffung von Anreizen für nachhaltigen Konsum, um Einstiegsbarrieren abzubauen, bis hin zum Abbau umwelt- und sozialschädlicher Subventionen. Die Ökonomie ist ein wichtiges Steuerungsinstrument.

Was ist Ihr persönlicher Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Wie gesagt, der Einstieg ist eigentlich gar nicht so schwer, wenn man den grundsätzlichen Willen mitbringt. Neben der Berücksichtigung von Öko- und Sozialstandards kann das auch mal der Verzicht sein, in dem ich mich frage, ob ich ein bestimmtes Produkt wirklich brauche. Und tatsächlich ist es in meiner Erfahrung so, dass qualitativ hochwertigere Produkte zwar auf den ersten Blick teurer sind, aber durch ihre Langlebigkeit die Billigprodukte am Ende immer ausstechen.

Wie nachhaltig leben Sie selbst?
Als Familie versuchen wir, Grundsätze der Nachhaltigkeit umzusetzen, indem wir beim Einkaufen Wert auf ökologische und soziale Aspekte, aber auch auf Regionalität achten. Ich achte zudem darauf, dienstliche und private Reisen möglichst umwelt- und klimafreundlich zu gestalten. Dies gelingt zugegeben nicht immer, aber ich setze mir für jedes Jahr neue Ziele, um auch hier zu Verbesserungen zu kommen.

     
 

Barbara Studeny
Nachhaltigkeitsexpertin

„Der Kauf von nachhaltigeren Produkten ist für Konsumenten eine Möglichkeit, direkt an der Ökologisierung von Wirtschaft und Gesellschaft mitzuwirken. Ich berate in Richtung Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit von ökologischen Maßnahmen.“

Vita Barbara Studeny

Nachhaltigkeitsexpertin
Barbara Studeny ist Leiterin des Pestizidreduktionsprogramms von GLOBAL 2000, Friends of the Earth Austria, Österreichs führender, unabhängiger Umweltschutzorganisation.

Frau Studeny engagiert sich seit 2001 aktiv im Umweltschutz und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Umwelt. Sie führt bei der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 Umsetzungsprojekte durch, deren Ziel der Einsatz für Umwelt und Gesundheit ist sowie Bewusstseinsarbeit in der Bevölkerung zu leisten. Schwerpunkte waren bislang Projekte zum Thema Erneuerbare Energien, Fahrradfahren im Alltag, Bildungsprojekte für Jugendliche sowie die Ökologisierung der konventionellen Landwirtschaft. Neben EU-Projekten hat sie zahlreiche Wirtschaftskooperationen in Österreich aufgebaut und CSR-Schwerpunkte betreut.

Das Pestizidreduktionsprogramm ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Handel, Produzenten und Lieferanten, um Pestizidrückstände in konventionell produziertem Obst und Gemüse schrittweise zu reduzieren. Der Schutz der Gesundheit steht dabei im Vordergrund. Neben der Entwicklung von supermarktinternen Standards sind Kontrolle, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit die wesentlichen Säulen des Programms.

Frau Studeny ist Landschaftsökologin und neben ihrer Tätigkeit bei GLOBAL 2000 als selbständiger Wirtschaftscoach tätig. 2006 war sie Geschäftsführerin bei FAIRTRADE Österreich. Als Vorstandsmitglied von GLOBAL 2000 ist sie für die strategische Planung des Vereins mitverantwortlich.

Welche Rolle hat der Beirat?

Der Beirat besteht aus fünf ständigen Mitgliedern, deren Fachkompetenz die für PRO PLANET relevanten Felder abdeckt. Den Vorsitz hat Bernward Geier übernommen. Der in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik engagierte Journalist und Berater ist langjähriger Experte im Bereich Nachhaltigkeit. Barbara Studeny (GLOBAL 2000) und Dr. Eick von Ruschkowski (Naturschutzbund Deutschland e.V.) vertreten den Bereich Ökologie. Die Belange der Verbraucher werden durch Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. repräsentiert. Für das Feld Soziales konnte Friedel Hütz-Adams vom SÜDWIND-Institut als Beiratsmitglied gewonnen werden. Zusätzlich wird der Beirat bei spezifischen Fragestellungen durch externe Berater unterstützt.

Der Beirat unterstützt die REWE Group in allen Prozessschritten als fachlicher und technischer Berater. Außerdem wird er in Kommunikationsfragen hinzugezogen.

Beiratsberater

  • Martin Kleene
  • Prof. Dr. Joachim M. Marzinkowski
  • Udo Censkowsky
 

Experte für soziale Fragen
Martin Kleene ist Unternehmensberater und Diplom-Soziologe mit dem Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2010 begleitet er PRO PLANET als Experte für soziale Fragen und war von April bis Oktober 2013 Mitglied des Beirates bis zur Ernennung eines Nachfolgers aus dem NGO-Sektor.

Vita Martin Kleene

Experte für soziale Fragen
Martin Kleene hat sich als Unternehmensberater auf Nachhaltigkeit spezialisiert und ist Diplom-Soziologe mit dem Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit. Den PRO PLANET-Beirat unterstützt er als Experte für soziale Fragen und bringt darüber hinaus auch seine langjährigen Erfahrungen in der Entwicklung von Nachhaltigkeitsund Kommunikationsstrategien für Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen ein.

Martin Kleene hat Soziologie, Entwicklungsplanung/-politik und Wirtschaftsanthropologie in Bielefeld und an der Sorbonne in Paris studiert und das Studium als Diplom-Soziologe abgeschlossen. Bereits während des Studiums Anfang der 80er Jahre engagierte er sich für Umwelt- und Entwicklungsthemen. Seine berufliche Karriere startete Martin Kleene beim Deutschen Caritasverband. Dort hat er von 1986 bis 1994 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Caritas international aufgebaut und geleitet. Caritas international ist als weltweit tätiges Hilfswerk der deutschen Caritas für soziale Entwicklungsprojekte sowie Not- und Katastrophenhilfe zuständig.

Nach seinem Wechsel Anfang 1995 zu Kohtes Klewes (heute: Ketchum Pleon) war er für dieses Beratungsunternehmen in Düsseldorf und München als Geschäftsführer sowie als Gesellschafter der Holding und der von ihm 1998 mitgegründeten Kohtes Klewes München GmbH tätig. Nach seinem Ausscheiden startete er 2002 sein eigenes Beratungsunternehmen Kleene Consulting.

Die Erfahrungen in der sozialen Arbeit und sein langjähriges Know-how als Berater bringt Martin Kleene ausschließlich in nachhaltige Projekte ein. Zu seinen Schwerpunkten gehört dabei neben der Entwicklung von Nachhaltigkeits- und Kommunikationsstrategien auch die soziale Dimension von Nachhaltigkeit. Martin Kleene hat seit 1997 Lehraufträge an Universitäten im Bereich Kommunikationswissenschaften, so auch von 2001 bis 2012 am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IFKW) der Ludwig-Maximilians- Universität München. Er ist Mitglied des Kuratoriums der Utopia Stiftung und hat Utopia, Deutschlands größte Internetplattform für nachhal-tigen Konsum und nachhaltigen Lebensstil, 2007 mitgegründet.

 

 

 

Experte für Prozessoptimierung und ganzheitlichen Umweltschutz

Dr. Joachim M. Marzinkowski ist Professor für Textil- und Umweltchemie an der Bergischen Universität Wuppertal. Sein Fachgebiet ist die Sicherheitstechnik/Umweltchemie. In seiner Arbeit legt er ein besonderes Augenmerk auf prozess- und produktionsintegrierten Umweltschutz.

Vita Prof. Dr. Joachim M. Marzinkowski

Experte für Prozessoptimierung und ganzheitlichen Umweltschutz
Dr. Joachim M. Marzinkowski ist Professor für Textil- und Umweltchemie an der Bergischen Universität Wuppertal. Sein Fachgebiet ist die Sicherheitstechnik/Umweltchemie. In seiner Arbeit legt er ein besonderes Augenmerk auf prozess- und produktionsintegrierten Umweltschutz.

Prof. Dr. Joachim M. Marzinkowski ist davon überzeugt, dass verbesserte Prozesse in der Produktion zu höherer Produktqualität, einer Schonung von Ressourcen, und geringeren Emissionen führen – und somit auch weniger Kosten verursacht werden. Diesen Ansatz verfolgt er sowohl in der Forschung und Lehre als auch in der Beratung von Unternehmen.

Nach seinem Abschluss zum Ingenieur der Textilchemie und Textilveredlung im Jahr 1972 vertiefte er sein Wissen in einem weiteren Chemiestudium. Hierbei legte er einen Schwerpunkt auf Makromolekulare Chemie und Textilchemie. 1980 promovierte er zum Dr. rer. nat. und ging in die Industrie. Elf Jahre lang war er in der mittelständischen chemischen und Textilindustrie als Gruppen- und Laborleiter tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Produkt- und Verfahrensentwicklung, insbesondere in der Verbesserung von Prozessen und der Entwicklung von Maßnahmen für integrierten Umweltschutz. 1991 bis 1994 war Herr Marzinkowski Professor für Chemie und Umweltschutz an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Seit 1991 betreut er zahlreiche Projekte in der mittelständischen Textil-, Papier- und Recyclingindustrie, mit denen vor allem integrierter Umweltschutz vorangetrieben wurde. Dr. Joachim M. Marzinkowski begleitet zudem auch die Vorbereitung und Durchführung von Genehmigungsverfahren entsprechend der Bundes-Immissionschutzverordnungen und unterstützt die Erstellung von Emissionsprognosen sowie betrieblicher Konzepte zur Wasserwirtschaft. 1994 wurde Herr Marzinkowski Professor an der Bergischen Universität Wuppertal, zunächst im Fach Textilchemie. Seit mittlerweile elf Jahren hat er eine Professur im Bereich Sicherheitstechnik/Umweltchemie inne. Entsprechend seinem Anliegen, Umweltschutzaspekte in Prozesse zu integrieren und zugleich Qualität und Kosteneffizienz zu steigern, liegt auch der Forschungsschwerpunkt von Prof. Dr. Joachim M. Marzinkowski im Feld des Prozessintegrierten Umweltschutzes.

 
 

 

 

Fachmann für ökologische Landwirtschaft und Aquakultur

Aufbauend auf jahrelangen Erfahrungen in der internationalen Agrarbranche ist der Diplomagraringenieur Udo Censkowsky seit mehr als zehn Jahren Nachhaltigkeitsberater mit den Schwerpunkten Biolandbau und Öko-Aquakultur.

Vita Udo Censkowsky

Fachmann für ökologische Landwirtschaft und Aquakultur
Aufbauend auf jahrelangen Erfahrungen in der internationalen Agrarbranche ist der Diplomagraringenieur Udo Censkowsky seit mehr als zehn Jahren Nachhaltigkeitsberater mit den Schwerpunkten Biolandbau und Öko-Aquakultur.

Nach seinem Abschluss zum Diplom-Agraringenieur im Jahr 1989 war Udo Censkowsky als wissenschaftlicher Berater für ein Mitglied des Deutschen Bundestages tätig. Hier befasste er sich insbesondere mit Fragen der Agrarpolitik und umweltfreundlicher Landwirtschaft sowie der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern. Ab 1993 baute er die internationalen Aktivitäten von „Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V." auf. Dieser Biobauernverband hat beispielsweise das „Fair"-Zertifikat eingeführt, das die Einhaltung von Sozialstandards garantiert. Bereits seit 1995 ist Udo Censkowsky ein Verfechter der ökologischen Aquakultur. Beispielsweise setzte er für Naturland die ersten ökologischen Aquakultur-Projekte um und hat seither in zahlreichen Ländern in Europa, Südamerika und Asien die ökologische Zucht von Fisch und Meeresfrüchten gefördert. Zudem führt er seit 2004 das „BioFish Forum" auf der Fachmesse BioFach durch.

Seit über zehn Jahren berät der Diplom-Agraringenieur die Bio-Lebensmittelbranche. Heute ist Udo Censkowsky Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Organic Services GmbH, das er im Jahr 2004 mitgegründet hat. In seiner Tätigkeit als Berater führt er Marktforschungs- und Marketingprojekte für Unternehmen und Verbände sowie Machbarkeitsstudien für Investoren durch. Mehrere Jahre lang war er federführend in Projekten tätig, die eine Weiterentwicklung der Biobranche in Brasilien und China zum Ziel hatte. Udo Censkowsky ist zudem ein aktiver Netzwerker und organisiert Markt- und Kommunikationsforen für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen wie die SusCon, eine internationale Konferenz für Nachhaltigkeit in der Geschäftswelt und beim Konsum.

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